Schreibfaule Autorinnen…

So, nachdem der letzte Beitrag in seinen Grundzügen auf dem Tablet während einer der wenigen überflüssigen Vorlesungen entstand, nutze ich die Nacht und die überschüssige Energie, mal wieder ein paar Zeilen in Ruhe zu verfassen.

Wie ich es gestern bereits habe anklingen lassen, suche ich seit kurzem wieder aktiver nach Anschluss und es wäre sicher sehr komisch, wenn ich diesen Anschluss nicht auch unter anderen Schreiberlinginnen suchen würde. Also suche ich mir eine lokale Gruppe im Netz und trete bei. Nun etwas seltsames, aber sicher keine neue Beobachtung. Die Gruppe ist gut bevölkert, aber weitgehend tot. Ich bin sicher nicht die Einzige, wenn ich die Auffassung äußere, dass Leute die gern ihre Gedanken und Phantasien zu Papier bringen, auch gern über das geschriebene Wort kommunizieren. Fehlanzeige! Die Gruppe ist so tot, wie ein Regenwurm im Hochsommer auf einem asphaltierten Gehweg. Vielleicht aber nicht ganz so knusprig…

Ich habe in der Vergangenheit immer wieder die Feststellung gemacht, dass die Gruppen, dabei ist die Seite auf der sie eingepflegt waren egal, immer wieder für klägliche Versuche der Werbung genutzt wurde, hier und da wurde auch Kontakt gesucht, aber ein Erfolg des Letztgenannten konnte man nicht erkennen. Zumindest nicht, wenn die Autorin ihres Gesuchs nicht lange viel Zeit, zum Teil mehr als 2 Jahre, auf eine Antwort warten wollte.

Warum ist das so? Sind wir alle so egoistisch? Sind wir sozial verkrüppelt, dass wir uns außerhalb unsere Kopfes nicht mehr zurecht finden? Wollen wir nur Werbung absetzen und hoffen das Ganze wird zu einem viralen Selbstläufer? Als Antwort auf alle meine hypothetischen Fragen würde ich mich zu einem klaren ‚vielleicht‘ durchringen.

Wenn ich mich so sehe, und die Leute betrachte, die ich besser kenne, die schreiben, so liegt es in der Natur der Dinge, dass man bei der Tätigkeit des Schreibens allein für sich ist. Macht sich auch besser, um niemanden mit dem Geklapper der Tasten zu nerven, aber schont auch die eigenen Reizleiter in der Birne, wenn man nicht dauernd aus dem Fluss gerissen wird, weil jemand meint, es sei Zeit höfliche Belanglosigkeiten auszutauschen.

Ich arbeite also klar allein in Ruhe für mich und genieße es. Ich genieße es aber auch, wenn man mich wegen meines Schreibens bewundert, wenn ich zum Beispiel jemanden meine Werke zum Lesen gebe, oder sie gar selbst vorlese. Ein wenig Streicheleinheiten fürs Ego in Form von Lob, hat sicher jeder normale Mensch gern, der sich mehr Wert als einem Küchengerät zumisst. Egoistisch würde ich mich in dem Fall aber nicht unbedingt nennen, da ich das Schreiben, Lesen und gelesen werden als einen Austausch sehe, der nur funktioniert, wenn man jemanden hat, mit dem man sich gleichberechtigt austauscht.

Meine Social Engineering Skills würde ich ausgeprägt betrachten und die Geschwindigkeit, in der die Menschen um mich zu mir Vertrauen fassen, spricht für sich. Dennoch komme ich nicht umhin selbstkritisch zu meinen, dass auch ich eine Sonderlingin bin, die nicht mit allen und jeden kann und die überdurchschnittlich oft aneckt. Dafür mache ich aber weniger das Erschaffen perfekter kaputter Welten verantwortlich, als meine ausgeprägte Allergie auf Arschlöcher, die in einem engen Verhältnis steht, diesen Körperöffnungen auf zwei Beinen, zu sagen, was ich von ihnen halte. Hinzu kommt ein übertriebenes Misstrauen, besonders den XY- Chromosomträgern, vor allem im Netz. Ich Freak, ich!

Habe ich die Absicht mit meiner Anwesenheit in Gruppen für meine Werke zu werben? Nein, ganz klar nicht. Ich denke aber, es bleibt nicht aus, wenn man so eine kantige Person wie ich ist, dass die Leute ein wenig genauer hinsehen, wenn sie nicht mehr angewidert wegsehen. In dem Zuge, kommen sicher ein paar Clicks zustande, aber dass es meine Verkäufe ankurbeln würde, das ist sicher nicht der Fall und viral gehen meine Werke ohnehin nicht, auch wenn sie sich nicht um Windeln und Transkram drehen, weil sie sich einfach an Leser_innen richten, von denen es zu wenige gibt. Zum Glück zu wenige! Warum zum Glück? Weil ich der Meinung bin, dass man meine Geschöpfe nur dann verstehen und mitfühlen kann, wenn man selbst wie sie ist, und dass das nicht jeder kann, sehe ich als ein Geschenk, da es mich in meiner negativen Weltsicht nicht zwangsweise bestätigt.

Ich schreibe nicht um reich zu werden und schon gar nicht will ich berühmt sein; dazu schätze ich meine Ruhe viel zu sehr. Ich schreibe für mich, zum verarbeiten, zum verstehen und viel zu oft auch einfach um von einer besseren Welt zu träumen, in der alles schief geht, aber irgendwie doch gut ausgeht, in der es Hoffnung und Heilung gibt – in der Herzen schlagen und Liebe bedingungslos, wenn auch nicht frei von Reibung ist.

Ich habe noch 2 Manuskripte, die ich schon lange beim KDP einstellen wollte, für die mir aber derzeit nicht nur die Zeit fehlt, sondern auch das Herz, um sie in einer Art abzuliefern, von der ich der Meinung bin, dass sie mich in meine Art widerspiegelt. Dass sie leben..!

Keine Ahnung, wie es mit den anderen aussieht – vielleicht bekomme ich ja in 2 Jahren eine Antwort…

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