Lass Dir Zeit!

Höre ich es mir immer wieder ins Gedächtnis rufen. Dabei habe ich keine Zeit, oder nur sehr begrenzt Zeit, für eine Reihe von Dingen, die man lieber nicht übers Knie bricht.

Aber sind wir mal ehrlich: wenn ich mir die Zeit nehme, die ich immer so brauche, würde ich nichts im Leben auf die Reihe und geregelt bekommen. Ich würde mich darin verlieren alle Variablen zu kalkulieren, Risiken abzuwägen und am Ende doch wieder nur zurückziehen. Hin und wieder tut es mir ganz gut, dass ich mir Stress mache und auch wenn ich es nur ungern zugebe, ich bin eine ungekrönte Königin der Prokrastination, die wirklich erst dann gut arbeitet, wenn’s ne Deadline gibt, die am Besten fünf vor zwölf ist, oder schon gestern war.

Seit Monaten suche ich fleißig Autos, vom schrottigen Studenten-/Azubihobel bis zum brummenden und blubbernden Träumchen alles dabei. Der Haken: ich wusste immer ganz genau, ich kann es mir nicht leisten! Nun habe ich mir selbst die Ausrede genommen, indem ich bei der Kasse des Vertrauens mal vorsichtig nach einem Kredit angefragt habe. Nachdem mich anfänglich niemand so recht mit der Kneifzange anfassen wollte, bekam ich einen Termin und bei diesem einen Kreditrahmen angeboten, der schon fast zur Unvernunft verleitete. Ich blieb vernünftig, habe einen Rahmen abgesteckt der überschaubar und beherrschbar ist und habe nun ein kleinen Kredit, für ein kleines Auto. Ein motorisierter feuchter Traum wird es bei meinen Mitteln sicher nicht, aber sicher fährt und hupt es. Neben der Anschaffung musste ich mir nun auch eingestehen, dass ich mich schon viel zu lang nicht mehr mit Versicherungen für das werte Töff-Töff befasst habe und bin auch allen Wolken gefallen, als mir die Versicherung der Wahl bei einer ersten Onlineanfrage +150€/Monat vor die Birne geknallt hat. Dazu noch knapp 340 Latten für Steuern und die Ernüchterung war perfekt. „Kauf dir n Diesel!“, ham se gesag! „Das is super günstig!“, ham se gesagt! Günstig am Arsch! Bevor nun jemand mosert, ich würde versuchen einen dicken Ammi V8 anzuschaffen *zonk!* FALSCH! Sollte nur n 15 Jahre alter Benz C220T Diesel sein. Also weiter suchen.

Eigentlich sollte ich nicht so viel suchen, sondern Sport machen und Mathe pauken – aber das Wetter macht mir einen Strich durch beide Rechnungen. Ich schwitze schon wenn ich anderen nur beim Bewegen zusehe! Selbst wenn ich sehe, wie der Cursor über den Monitor flitzt, bekomme ich Schweißausbrüche. Einkaufen, selbst Döner und Bierchen holen – eine Folter!
Mathematisch kämpfe ich mich immer wieder durch Texte und Begrifflichkeiten, schaue Videos und hoffe zumindest den Zusammenhang hinter allem zu erfassen. Selbst zu rechnen, habe ich bisher nur bedingt geschafft. Entweder finde ich nur Horroraufgaben, oder ich finde solche Lappalien, die man im Kopf lösen kann. Ganz böse, wenn man sich zu weit in den Wald hinaus traut, um am Ende beim Lösen einer Aufgabe zu merken, dass irgendwo Basics fehlen, ohne dass man einen Schimmer hat, wo man diese Suchen muss, und ob es reicht einfach ein wenig Staub von Bauchseiten zu pusten, einen Goblin zu erschlagen, oder gegen einen fiesen Drachen zu fechten.

Es wäre noch mehr zu tun. Zwei Geschichten warten auf Lesung und Veröffentlichung, aber das Hirn ist nur noch damit beschäftigt, nicht zu pfeifen und bei der Hitze zu flocken, ist aber ähnlich outputfreudig, wie beschriebenes Rührei in der Pfanne. Ächtz! Ich hasse Leute, deren hauptsächliche Kommunikation daraus besteht, sich über das Wetter auszulassen, aber mittlerweile bin auch ich geneigt, über die Hitze nicht nur zu jammern, sondern auch zu schimpfen. Naja, es hat auch sein Gutes: meine Chillies wachsen wie im tropischen Regenwald.

Langsam wird die Zeit dünner und ich plane, rechne und schiebe zunehmend Panik. Ein Thema, welches mich im Leben eigentlich nie sonderlich eingeschränkt hat, macht mir nun zu schaffen: die Inkontinenz, vor allem das Bettnässen in Verbindung mit den Albträumen. Die größten Probleme hatte ich bei dem Thema, im Bezug auf Beziehungen und die Partnerinnen haben es in der Regel als gegeben geschluckt, so dass die ganze Sache nie mehr als nötig zwischen uns stand. Selbst Freundinnen, haben sich nur selten an dem allen gestört, aber nun wird es anders. Irgendwie muss man damit ja im Wohnheim leben. Mist!
Ich mag es nicht, ohne Netz und doppelten Boden, aber genau so wird das Leben nun weiter laufen, weil ein Leben einfach immer so läuft.

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