Einer dieser Freitage…

… an dem ich ruhig mit ein wenig Zufriedenheit auf die vergangene Woche zurückblicken und mich sogar auf Morgen freuen sollte.

Ich habe nun den Arbeitsvertrag in der Tasche, die Firma ist nicht die Schlimmste und die Konditionen sind für die Region auch nicht der Bodensatz.
Morgen geht es endlich nach Leipzig zum Guns’n’Roses-Konzert, von dem noch vor 10 Jahren jeder sicher war, dass es ein solches nie wieder geben wird. Axl und Slash zusammen auf der Bühne und ich davor, als Fan mit mit gut 25 Jahren festem Bezug zu der Band.

Doch ich sitze da und kotze mich irgendwie selbst in meiner Situation an. Es geht nichts voran, ich weiß nicht wann es weiter geht und auch nicht wie es weiter geht. Dieses ewige Gewarte auf eine Entscheidung aus den Reihen der Bundeswehr ist die reinste Psychofolter.
Wird das nun was mit dem Studium und wenn ja, wie bekomme ich im Vorfeld alles auf die Reihe? Es ist ja nicht so, dass ich einmal mit dem Finger schnippe und schon ist mein Kram gepackt und es geht los und weiter. Ganz ehrlich: ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken die Entscheidung in meine Hände zu nehmen und die Bewerbung aufs Studium zurück zu ziehen. Mir wird das langsam alles zu viel und das merke ich ganz deutlich an mir und meinen Zuständen und Launen.
Vor diesem Hintergrund ist es fast widersinnig – was sag ich?! – Es ist absolut widersinnig, dass man von den Beamten erwartet, dass sie fit und geistig gesund sind. Die Nerven behält man in dieser Situation nur ohne Schaden, wenn man entweder vollkommen sorglos ist und alles am Arsch trompetend vorbei läuft, ohne dass man sich umdreht, oder man so einen immensen Rückhalt und Puffer hat, dass es einen ebenfalls nicht kümmert, ob es kommt wie es kommt, oder auch nicht kommt.

Ich werde jedenfalls langsam zunehmend wütend und auch traurig dieser ganzen Situation gegenüber. Ich habe nun endlich wieder so etwas wie Arbeit aber doch keine Zukunft – keine Perspektive.
Dazu kommt, dass ich so dumm war, meine berufliche Karriere vor mein Wohlfühlen zu stellen. Immer wieder rede ich mir wie in meinem eigenen Mantra ein, dass ich doch Zeit habe, dass ich das ganze doch auch nach dem Studium hinter mich bringen kann. Die OP rennt ja nicht weg. Nein, die nicht, ich aber vielleicht irgendwann vor mir selbst, wenn das so weiter geht, wie es ist.

Ich habe mal wieder den Fehler gemacht nach Leuten aus meinem alten Umfeld (Schule und Dorf) bei FB zu suchen. Verheiratet. Kinder. Haus.
Noch vor 5 Jahren, oder so, habe ich die alle ein wenig mitleidig belächelt und war mir sicher, dass das diese typische Dorfleben ist, deren Teil ich nie sein wollte. Ich wollte mich nie binden, weil es jemand von mir ab einen bestimmten Alter erwartet, wollte mich nicht vermehren, weil es die anderen tun. Ein Haus will ich schon länger als meinen persönlichen Rückzugsort. Egal! Nun ist es aber so weit, dass auch meine innere Uhr immer lauter tickt. Gut, das Thema Kinder ist schwierig und doof und ich habe mich dazu lang und breit genug ausgelassen. Eine Little mit der alles passt, wäre halt toll. Damit wäre dann auch das Thema Hochzeit gefrühstückt. Ich weiß selbst nicht, was ich daran habe. Ich war schon seit ich denken kann, gegen die Ehe als Institution, aber leider bin ich auch eine hoffnungslose Romantikerin und da gehört das irgendwie in die düster-bunte Fledermauswelt.
Für mich das größte Problem, neben der nicht planbaren Zukunft, dass ich noch immer in meiner zweiten Pubertät stecke und entsprechend emotional sprunghaft und aufgewühlt bin.

Es ist doch alles Scheiße mit der Scheiße!

Eigentlich will ich ins Bett, ein wenig lesen und dann pennen, aber den Gefallen tut mir mein Kopf nicht. Die Gedanken drehen sich ähnlich beständig, wie sich dieser Planet um sich selbst und um den Stern dreht. Ich liege wieder ewig wach, schwitze, kämpfe mit nächtlichen Ängsten und es wird mit jeder Nacht schlimmer und mir doch gleichgültiger.
Ich versuche mich daran zu erinnern, wie es vor knapp einem Jahr war. Ich war voller Hoffnung, hatte Träume und Pläne diese zu erreichen und auch die Mittel dazu an der Hand. Ich war nicht allein, schlief oft sogar nicht einmal allein. Die Zeit war schön, das was auf sie folgte, ist das Loch in dem ich nun seit Monaten stecke und an dessen Wänden ich scharre, kratze und versuche zu graben, statt mich mit der Schwerkraft zu messen und aufzusteigen, zurück an meinen kleinen Platz an der Sonne.

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