Zwischen Arroganz und Anspruch

Guten Morgen! (Ich weiß, man sollte um der Professionalität Willen keine tageszeitgebundenen Begrüßungen einbauen!)

Moin! (Besser! Das passt immer)

Nachdem ich nun wieder bewiesen habe, dass ich doch weiß, wie man sich anständig publiziert, komme ich nun zu einem Thema, welches ich schon eine Ewigkeit vor mir herschiebe.

Bin ich einfach nur arrogant, oder bin ich doch vielleicht zu anspruchsvoll?

Nun, die meisten derer, die ich regelmäßig abtreten lasse, werden sich sicher einig sein, dass ich total arrogant bin. Diesen Vorwurf ernte ich auch regelmäßig aus den Reihen meiner ‚Freunde‘ und Bekannten, deren eigener Anspruch nicht über gemeinsames Feiern, Saufen, Ficken hinaus geht.

Wenn ich für diese Personenkreise, gemessen an deren eigenen Zielen für ein Zusammenleben, nun arrogant wirke, dann ist das so und ich möchte mich auch nicht darüber beschweren.
Schon vor vielen Jahren habe im Internet den Spruch:

Niveau sieht von unten immer wie Arroganz aus!

gefunden. Sicher, der Spruch ist selbst vollkommen arrogant, anmaßend und wird viel zu oft von Leuten verwendet, die nicht in der Lage sind Niveau von Überheblichkeit zu unterscheiden. Zum Vergleich: Alter schützt vor Torheit nicht..!

Genug von den anderen! Wie sehe ich es selbst, bin ich arrogant? Ganz klar: Ja! jedoch beschränkt sich meine Arroganz auf Leute, denen ich überlegen bin. Auch wenn jetzt einige Leute wieder aufheulen werden: ich verhalte mich dummen Leuten, die sich dumm verhalten, gegenüber tatsächlich arrogant, dies jedoch nur unter der Voraussetzung, dass mir diese Leute mit ihrer Blödheit auf die Euter gehen. In der Regel stört es besagte Personen aber gar nicht, dass ich sie von oben herab behandele, da ich dabei sehr subtil vorgehen kann (wenn ich will) und sie es nicht merken. Ich mache die Intelligenz eines Menschen jedoch nicht an ihrem Schulabschluss fest, wie es einige Personen tun, die meinen sie seien etwas Besseres, nur weil sie besser als andere auswendig lernen konnten und auch nicht selten mit Lernern einfach nur konform gingen. Jemand kann mit Ach und Krach die Hauptschule geschafft haben, kann aber dennoch ein begnadeter Maurer sein und ist mir damit, auf seinem Fachgebiet überlegen und das akzeptiere ich und ich habe Respekt davor. Würde ich heute noch mauern müssen um meine Brötchen zu verdienen, hätten wir wohl mehr Bauwerke wie den schiefen Turm zu Pisa oder den Bautz’ner Reichenturm.

Aber ganz ehrlich: um diese Arroganz geht es gar nicht, denn die wohnt jedem inne!
Es geht darum, dass ich bei der Suche nach einer Partnerin immer wieder höre, wie arrogant ich sei und an der Stelle muss ich ganz klar sagen: das bin ich nicht. Ich bin anspruchsvoll, nicht aber arrogant! Mir meinen Anspruch an dieser Stelle vorzuwerfen, ist für mich bereits ein Indiz dafür, dass mich eine Person wohl nicht nur nicht versteht, sondern auch nicht verstehen will und der Meinung ist, alles passt schon irgendwie, irgendwo, wenn man den Faktor nur entsprechend grob/ fein, klein/groß fasst. Auf die speziellen Vorlieben im Rahmen von BDSM und Ageplay projiziert, heißt für viele, sie können einfach heterogene Beziehungsmodelle entwerfen:
Du bist dom && ich bin sub == passt!
Du bist sub && ich bin dom == passt!
Du bist Mami && ich bin Baby == passt!
Du bist Baby && ich bin Daddy == passt!
Für alle Programmierer, denen jetzt Blut aus den Augen läuft: es tut mir aufrichtig leid! Dies diente nur zur Verdeutlichung, einer minimalistischen Fassung der Parameter einer Beziehung, wie ich sie fast täglich erfahre und weswegen mir der oben benannte Vorwurf an die Birne geknallt wird, wenn ich damit nicht konform gehe.
Mathematikern und Informatikern erspare ich aus Rücksicht auf ihr Augenlicht den Versuch eine logische Gleichung zu erstellen, die alle Parameter abdeckt, die ich für wichtig erachte. Es sei nur so viel gesagt, dass für mich schon das Geschlecht eine erhebliche Rolle spielt, weswegen solche Dinge wie Meister und Daddy und ich eher kranken würden. Weiterhin sollte die Chemie stimmen und jeder der über die Knallgasprobe, im Chemieunterricht, hinaus kam, der weiß, Chemie ist komplex… von Methan abgesehen vielleicht.

Nach allem Genannten, verstehe ich nun nicht, warum ich Nachrichten wie Folgende erhalte:

sei gegrüßt – dein profil macht mich neugierig. bin sven, filmmusiker. interesse, meinen playroom kennenzulernen? spielsachen wie kreuz, bock, käfig, gynstuhl, … vorhanden. in skype könnten wir reden und uns kennenlernen. liebe grüße, sven

Dieser Versuch zur Kontaktaufnahme wurde mir unkommentiert mit einem Platz auf meiner Blockliste belohnt und Ruhe war. Eher würde ich antworten, wenn mir wildfremde afrikanische Testamentsvollstrecker das Licht Jesu Christi und 5.85 Millionen Dollar überantworten wollen und dafür nur 12.000€ als Sicherheit, zu der Seele meines Erstgeborenen verlangen.

Wie geht es dir so ?

Lust mit nem normalen mann ne nette Unterhaltung zu starten ?

Mir geht es auch nicht mir um das eine und ich will dich als Mensch kennen lernen und nicht nur wissen was in deiner speziellen Unterwäsche drin ist 🙂

Hab deine Bilder gesehen und finde die echt süß und toll.

Ich komme aus Baden Württemberg und würde gerne mir Kontakte aufbauen mit dene man normal schreiben kann.

Würde mich sehr freuen wenn du dich meldest.

Da hat sich jemand schon ein wenig mehr Mühe gemacht, aber auch nicht viel mehr, wenn man liest, dass jemand nur Bilder anschaut, aber nicht in der Lage ist, das Profil zu lesen oder auf dieses einzugehen. Dieses Mal habe auch ich mir die erhebliche Mühe gemacht und wenigsten in einer knappen Antwort darauf verwiesen, dass ich kein Interesse habe. Danach ging es für Daddy Anonymous ebenfalls auf Ignor. Weniger weil ich ihn als störend empfand, mehr um ihn die Gelegenheit zu nehmen, mein Profil und meine Bilder weiter zu betrachten. Ich gebe zu, an der Stelle bin ich sehr eigen und räume so gut wie nie eine Chance ein, wenn man es einmal verbockt hat.

Dem Fass den Boden schlug aber eine Nachricht aus, die ich gestern erhalten habe:

Ersteinmal möchte ich Gott dafür hassen, dass du lesbisch bist und ein weibliches Baby suchst. Im weiteren möchte ich dich davon überzeugen, dass ich a. Fit im Kopf bin. B. Deine gesellschaftlichen und politischen Einstellungen wie beispielsweise gegenüber der AFD teile und zu guter letzt dich anbetteln, dass wir uns langfristig gesehen die Option offen halten doch einmal gemeinsam über Fantasien zu reden (und natürlich diese auch ausleben – auch wenn die Chance wahrscheinlich irgendwo bei 0% liegt).

Zunächst zu mir… ich bin Basti, 29 aus R***, schlank, mobil und mit beiden Beinen im Leben stehend.
Ich würde alles tun um die Aufmerksamkeit einer Transsexuellen wie du es bist zu erlangen, vorbei an all den notgeilen, schmierigen Lappen da draußen die am Leben vorbei laufen. Ich hoffe du hast Lust mich kennenzulernen. Mir ist bewusst, dass mein Profil nicht allzu viel hergibt aber ich bin gewillt dir jede Frage zu beantworten. Ach und noch was…. ich würde sooooo gerne gewickelt in deinen Armen liegen.

Its your turn, now

Liebe Grüße
Basti

An sich hat der unbekannte Basti mit seinen widersprüchlichen Angaben im Profil, seine Chancen schon richtig errechnet und es wäre kaum nötig gewesen, ihm in seiner Berechnung noch mehr Bestätigung zu geben, als ihn zu ignorieren. Doch etwas an seiner Art zu schreiben, stieß mir derart auf, dass ich mich dazu hinreißen ließ, ihm deutlich zu sagen, warum er keine Chance hat und dass dies unabhängig seines Geschlechtes, an seiner Art liegt.

Hallo Basti!

Also zuerst, weiß ich nicht, was Du meinst über mich und meine politischen Einstellungen zu wissen. Speziell zur AfD, ist meine Einstellung eher neutral und ich sehe in dieser Partei genau so viel, oder auch wenig, Daseinsberechtigung, wie in den überholten Altparteien und den sogenannten Oppositionen von Links und Rechts.

Dass Du einen imaginären Typen auf einer Wolke hassen willst, weil ich bin wie ich bin, finde ich widersinnig. Zum Einen lehne ich die Idee eines Schöpfers als Sündenbock ab, zum Anderen bin ich eigentlich ganz froh und zufrieden mit meiner sexuellen Orientierung – habe ich doch lang genug experiementiert um zu wissen, was ich will und was ich nicht will.

An sich hatte Dein Text schon ein wenig Potential in sich, dass man sich zumindest unterhalten könnte, doch muss ich ablehnen.
Einen Grund dafür, hast Du selbst schon ganz richtig erkannt: ich bin als Lesbe absolut nicht an einem Mann interessiert und schon gar nicht an einem männlichen Baby.
Weiterhin hast Du es Dir in Deinem letzten Absatz eigentlich selbst komplett versaut und das bissel Sympathie, welches Du Dir aufgebaut hattest, mit dem Arsch wieder eingerissen. Zum Einen, finde ich die Reduktion meiner Person auf meine Transsexualität, ziemlich beleidigend. Sicher bin ich transsexuell, dennoch sehe ich mich als Frau und will auch als solche wahrgenommen werden.
Zum Anderen, diese letzte Bemerkung, geht über die neutrale Ebene des Kennenlernens hinaus und reicht weit in die Übergriffigkeit einer schlechten Anmache hinein.

Allgemein wünsche ich Dir viel Erfolg bei Deiner weiteren Suche, bei mir endet diese nämlich nicht.

Grüße, Liliane

Obwohl ich der Meinung bin, dass ich für meine Verhältnisse freundlich und fair war, hat es mich nicht überrascht, dass ich prompt eine Antwort bekam und dass diese eher wenig konstruktiv ausgefallen ist.

Nunja… Wahrscheinlich sollte man an dieser Stelle einer weiteren Konversation aus dem Weg gehen. Ich bin jedoch geneigt dir an dieser Stelle noch das ein oder andere mit auf den Weg zu geben.

Ich finde es immer großartig, wenn jemand erkennt, dass es eigentlich keinen Sinn hat und dass man keinen gemeinsamen Nenner findet, dies sogar noch anmerkt, dann aber meint, man müsste dennoch seinen Senf zur Sache geben und mich sogar noch belehren.

Vorab möchte ich mich bei dir dafür bedanken, dass du mir so schnell und ausführlich geantwortet hast. Weiterhin möchte ich mich bedanken, dass ich durch meinen Text, wenn auch nur zwischenzeitlich, eine gewisse Sympathie aufbauen konnte.

Gern geschehen und selbst zu zuschreiben!

Ich werde dir Recht geben müssen, wenn du von dir behauptest, weiterhin suchend zu bleiben.

Ich habe eindeutig geschrieben, dass ich IHM bei SEINER viel Erfolg wünsche, nicht mir… vielleicht verstand er mich aber auch einfach nicht recht. Habe ich doch gemeint, dass ich nicht das Ende seiner Suche darstelle und habe mich nicht im Geringsten auf meine Eigene suche bezogen.

Du hast eine sehr kritische Einstellung gegenüber sämtlichen Äußerungen, wobei ich dir ab dieser Stelle nur den Rat geben kann, nicht jedes einzelne Wort auf die Waagschale zu werfen.

Das ist nun einmal meine Art. Wem das nicht passt, der wird doch wohl kaum Interesse daran haben, mit mir zusammen sein zu wollen.

Meine Äußerungen zu Gott sind defacto ohnehin als verwerflich zu betrachten, einerseits weil es für die eigentliche Kerninformation dieser Nachricht nicht tangiert, andererseits weil meine Vorstellung und Meinung von Gott als Atheist sowieso rein meine Baustelle ist.

Und das soll sie auch bleiben, also die Bautstelle. Den Rest des Satzes, erahne ich in seiner Bedeutung mehr, als dass man dieses Zusammenwürfniss verschiedenster Fremdworte und Begriffe sinnvoll verstehen könnte. Wer weiß – vielleicht Autokorrektur. Für seine Anmache war es jedoch schon inhaltlich erheblich, da er ja einem imaginären Schöpfer den Vorwurf machte, dass ich kein Interesse an ihm habe, als ob der Wolkenonkel einen Einfluss auf meinen Willen oder meine Wege haben würde.

Eine plumpe Anmache hat es nie gegeben… Vielmehr habe ich einen Satz aus deinem Profil nahezu zitiert, in welchem du klar gemacht hast dass du so gerne ein „gewickeltes Baby in den Armen halten und mit dem Fläschchen füttern“ möchtest.

Ach! Das stimmt, das steht in der Tat so in einem meiner Texte. Basti hat bei dieser Gelegenheit nur glatt schon wieder vergessen, was er noch einen Absatz drüber als Fakt erkannt hatte: ich habe kein Interesse an einem Mann, schon gar nicht als Baby. Zum Vergleich, der betreffende Text aus meinem Profil:

Mami Liliane
Als Mami gehe ich ganz in meinem Geiste als Löwin auf. Ich pflege, versorge und spiele mit meiner kleinen Löwin. Wie alt die Little sein möchte, ist mir eigentlich fast egal. Man kann in jedem Alter gewindelt werden. Persönlich genieße ich es, wenn Sie sich an mich kuschelt, ihre Augen schließen kann und mir so viel Vertrauen schenkt, dass Sie in meinem Arm einschläft, ohne von den Alben des Alltags verfolgt zu sein.

Ich war mal so nett, die wenigen eindeutigen Schlüsselworte zu unterstreichen…
Berichtigt mich, wenn man das als Mann als eine Einladung in die Wärme meiner Arme verstehen könnte!

Analog dazu lassen sich aufgrund deines Profils sehr wohl Rückschlüsse bezüglich deiner politischen und gesellschaftlichen Einstellung ziehen.

Allgemein
Ich bin trans (MzF pre-OP), lesbisch, kritisch, Schriftstellerin, sportlich, konservativ, dickköpfig, verbissen, lustig, loyal und oft viel zu naiv, obwohl ich an Allem und Jedem Zweifel habe. Meine Comfort-Zone dreht sich vollkommen um Windeln, nicht nur als Fetisch, sondern auch als rein asexuelles Wohlfühlextra im Leben. Generell ist meine Libido sowas von Limes gegen Null, dass ich mich fast als asexuell verstehen möchte. Das heißt aber nicht, dass ich der Richtigen, nicht sehr viele Freuden bereiten könnte und noch viel lieber würde. Dass ich mein Lustwerkzeug nicht benutze, liegt an der Fehlbesetzung Dieses. (Änderung in Planung) Ich bin ja bekanntlich konservativ und loyal, daraus resultierend, stehe ich total auf diese staubige alte Monogamie. Im Ernst, mir reicht die eine richtige Partnerin aus, ich kann mit Swinger-Parties nix anfangen!

Und wieder: helft mir an der Stelle einmal aus! Wo kann man aus diesem Text meine Einstellung zur AfD lesen? Ist es denn grundsätzlich mit Nazi-Quatsch gleichgesetzt, wenn man meint konservativ zu sein?! Dass sich meine konservative Haltung auf Dinge wie Monogamie beziehen könnte, wie ich es explizit hervorgehoben habe, wäre auch echt zu abwegig.

Ich hätte dich wirklich sehr gerne kennengelernt und hatte gehofft dass du meine Bemühungen wahrnimmst. Ich frage mich ernsthaft ob sich überhaupt jemand derartige Mühe macht mit jemanden in Kontakt zu treten.

Also offensichtlich meinte Basti doch mich schon zu kennen, wenn er doch wusste, wie ich ticke, auch wenn er meine Texte im Profil sehr dem eigenen Interesse nach ausgelegt hat. Die Bemühung von der er sprach, war irgendwo im oberen Mittelfeld und stach eigentlich mehr durch falsche Selbstsicherheit und Anmaßung aus der Masse der Versager heraus, die mir sonst so schreibt, als durch einen gesteigerten Aufwand. Was die Frage beantwortet, ob sie sonst noch jemand eine solche Mühe gibt mit mir, oder generell mit anderen, in Kontakt zu treten. Wenn er für das Wenige schon einen Orden haben will, dann kann man in einer Beziehung bestimmt einmal im Jahr mit einem 3€ Strauß Blumen rechnen, die man am Ende ohnehin nicht mag. Den Umfang dieser Mühe, möchte ich an der Stelle nicht Übermaß bewerten. Den Text zu lesen, beansprucht keine Minute, ihn zu schreiben wahrscheinlich nicht viel mehr, als 5 bis 10 Minuten. Je nachdem wie schnell man auf der Tastatur mit den Fingern tanzt. Begeistert bin ich persönlich schon immer, wenn jemand meint eine andere Person kennenlernen zu wollen und dabei nicht einmal eine freundliche Anrede auf die Reihe bekommt. Da wird gleich losgelegt. Spricht nicht unbedingt für den besten Umgang und das bemerke ich als rotzige Punkgöre..! Den Inhalt habe ich ja im Detail bereits zerpflückt. Auffällig ist, dass er bei seiner kompletten Form der direkten Anrede auf die Großschreibung verzichtet. Ich habe einmal gelernt, dass das etwas mit dem Respekt vor der Person zu tun hat, mit der man schreibt, auch wenn es vielleicht schon wieder der einen oder anderen Rechtschreibreform zum Opfer gefallen sein sollte, halte ich es doch so, dass ich, wenn ich Menschen anspreche, groß schreibe, vor allem, wenn mir dieser oder mein Anliegen wichtig sind.
Die Antwort des jungen Mannes spricht dann wieder eine Sprache, die man aus dem ersten Text nur zwischen den Zeilen erahnen konnte und das auch nur schwer, wie ich zugeben muss. Dennoch war ich von der Art nicht überrascht. Wieder fehlte es an einer Grußformen, dieses Mal auch am Ende und inhaltlich stellte sich der Autor eher als beleidigt und missverstanden dar. Beachtliche Leistung, nachdem er selbst meine Texte ausgelegt hat, wie es ihm passt. Sicher, er hat mein Profil gelesen, er hat auch einige Formulierung als Türöffner verwendet. Hat er sich jedoch nicht einen Gedanken darüber gemacht, ob er nicht vielleicht übergriffig wirkt, ob es unangenehm sein könnte, wenn er mir als Lesbe dennoch mit seinen Wünschen, als Mann, auf den Pelz rückt, obwohl ich doch deutlich sagte, kein Interesse an den Herren der Schöpfung zu haben? Bezeichnend für die ganze Art der kurzen Kommunikation finde ich hingegen, dass er nicht in der Lage, oder Willens ist, auf Inhalte einzugehen, die explizit mich betreffen. Er weist eine Kritik unspezifisch zurück, statt sich zu entschuldigen, dass er meine Person auf seine Vorlieben reduziert hat, was ich ausdrücklich als beleidigend aufgefasst und bemerkt habe. Das spricht für sich!

Ist es also arrogant von mir, zu solchen Leuten keinen Kontakt zu wollen, den Umgang mit ihnen abzulehnen und sie zu blocken? Oder würde nicht viel mehr jede/r von uns irgendwann so reagiere, wenn sie/er wieder und wieder solche und ähnliche Erfahrungen machen muss, die dem eigenen Anspruch ungenügend erscheinen?
Das hat an der Stelle ja noch nicht einmal viel mit Anspruch zu tun, wenn man so einen wichtigen Faktor wie das Geschlecht als unverrückbar positioniert und ich will in diesem Kontex nicht wieder davon anfangen, warum ich den Bezug zu 99% der ABDL-Szene ablehne. Für mich ist es wichtig, dass man einen gemeinsamen Nenner hat, dass man gut miteinander kann und es wäre sicher traumhaft, wenn man die gleichen Neigungen hat, aber ich kann auf eine Reihe wirklich schöne Beziehungen zu nicht- Fetischstinnen zurück blicken, die meinen Anspruch an einen Menschen weit ab von sexuellen Dingen erfüllt haben. Auf der andere Seite, kenne ich nun so viele Leute, aus der Windelszene, oder deren Dunstkreis, die ich lieber direkt in die Sonne schießen wollen würde, auch wenn sie vielleicht die selben Neigungen wie ich teilen, menschlich aber absolut unerträgliche Katastrophen biblischen Ausmaßes sind!

Ähnlich gelagert: diese endlose Debatte, zumeist von der verschrobenen Weltsicht irgendwelcher Komplettversager, die sich selbst Doms nennen, ausgehend, dass Subs, und zwar generell alle Subs, ihnen zu Füßen liegen sollten, sie bedienen und ihnen Respekt zollen müssen, einfach nur weil sie sich eben Dom nennen. Erdreistet sich jetzt eine Frau, oder auch devoter Mann, diesem Wunsch nicht generell zu entsprechen, spricht man ihnen nicht nur alle Qualitäten als Subs ab, man titelt sie auch gleich noch ungerechtfertigt arrogant. Warum? Weil sie eben einen Anspruch an ihren Gegenüber haben und das steht auch einer Sub, oder einem Sklaven, oder wie man es nennen mag, in vollen Umfang zu! Ich kann nicht zählen, wie oft man mir vorgeworfen hat, keine Sub zu sein, weil ich selbstsicher auftrete und trotz eines Halsbands, Idioten die Stirn biete, die ich nicht nur nicht als Doms akzeptiere, sondern die ich auch ganz menschlich zum Kotzen finde. Beim BDSM-Stammtisch, den ich bis Anfang 2017 regelmäßiger besuchte, fiel man aus allen Wolken, dass ich eine Sub bin. Ich hatte mich schon gewundert, warum mich unterwürfige Kerle immer wieder auf Getränke einladen wollten und warum die vernünftigeren Doms mit mir auf Augenhöhe agierten, während die Möchtegerns kuschten.

Vielleicht sollte ich doch ’ne Fin-Domse (professionelle Domina die sich ihre Dienste, zumeist, recht gut bezahlen lässt) werden? Dann kann ich aus meiner vermeintlichen Arroganz noch Kapital schlagen. Moment! Ich checke eben meinen Kontostand und rechne meinen Amazon- und Autoscout-Wunschzettel gegen!

Spaß bei Seite! Ich denke, es ist klar was ich zum Ausdruck bringen wollte. Es ist keineswegs arrogant, wenn man nicht mit jedem Trottel anbändelt und es ist auch nicht verkehrt, wenn man sich selbst eine Mauer schafft, hinter die besagte Personen nicht blicken können. Wichtig ist es, dass man in dieser Mauer einen Durchgang lässt, der dem, oder der Richten einen Zugang ermöglicht.

Besonders an die Frauen gerichtet:
Verteidigt Euch! Zeigt, dass Ihr nicht anspruchslose Spielzeuge einer Männerphantaise  seid! Tut dies auch auf die Gefahr hin, als arrogant wahrgenommen zu werden. Bleibt Euch treu!

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