Frühjahrsmüdigkeit…

… Grippe, Antibiotika und Prüfungsangst, machen grade alles ein wenig schwerer und senken Puls und Blutdruck gefährlich ab.

Also, erst einmal ein wenig Energie tanken und mal wieder richtig aufregen:
Grade habe ich ein wenig im Netz nach etwas Netten für die kleine Lili gesucht, viel lieber noch für Lilis Kleine, die aber noch irgendwo unentdeckt da draußen durch die Welt irrt. Dabei kommt man irgendwie auch nicht mehr um Amazon herum, also auch dort die Suche angeworfen und schon auf der zweiten Seite der Suchergebnisse, bekam ich wieder Puls und schlechte Laune. Eine „Geschichte“ deren gesamter Inhalt eigentlich schon im Titel abgebildet werden konnte. Mit der Faszination eines Autounfalls, hab‘ ich dann den Namen der ‚Autorin‘ geklickt und wurde mit ‚Buch’titeln überhäuft, die allesamt auf das Gleiche abzielten: Wichsvorlage sein! Warum die putzigen kleinen Zeichen vor und hinter dem Wort Autorin und Buch? Ganz einfach! Bücher haben für mich ein paar mehr Seiten, als die Broschüre der örtlichen Zeugen Jehovas und diese Autorin ist unter Garantie ein Mann und das Schriftstellerpseudonym ist mehr als albern und ebenfalls nur auf ein Belang gekürzt.
Ich mach es kurz: besagte Geschichte war eigentlich schon in der Beschreibung erzählt, da der Autor einfach 2 Auszüge dieser genommen hat, statt die eigentliche Geschichte nett zu umschreiben und vielleicht Neugier auf mehr zu machen. Der Clou: dieses Buch wurde wieder für 3.99€ angeboten, bei ganzen 32 Seiten. Das Schlimme: dieser Schund ist in den Verkaufsrängen weit vor mir.
Ich nehm’s gelassen. Das ist ein Publikum für das ich gar nicht schreiben will.

Nun zum eigentlichen Thema:
Der Akku ist sowas von leer! Seit einer Woche kenne ich nun den Termin zum Einstellungstest fürs Studium beim Bund. Seit einer Woche fresse ich nun artig Antibiotika und es wird alles immer schlimmer. Den einen Tag liege ich nur im Bett, versuche irgendwie wach zu bleiben, um in der Nacht nicht wach zu liegen. Den anderen Tag sitze ich unkonzentriert am Rechner und scheitere an den Übungsaufgaben, die ich mir für teuer Geld gekauft habe. Wieder einen anderen Tag, verbringe ich (konsequent wie ich bin) in Azeroth und leiste ebenfalls nichts Großes.
Eigentlich muss ich lernen und das sage ich nicht so daher  – ich MUSS! Aber irgendwie gehts mir so beschissen, dass ich den Arsch nicht hoch bekomme. Damit könnte man aber irgendwie noch klar kommen, was aber wirklich hindert, ist die eigene Überzeugung, dass man sich mit dieser Bewerbung vollkommen übernommen hat. Ich hatte zwar im Abi noch gut Luft zum Nichtbestehen, bin aber doch der Meinung, ich hab’s grade so geschafft und Mathe und ich, sind seit der 9. Klasse nicht nur keine Freunde mehr, wir zeigen uns den Stinkefinger, wo wir uns über den Weg laufen. Da gleicht das Auftauen von Wissen über Integrale, in der Mikrowelle, dem Erlernen von Mandarin oder Marsianisch. Ich bin nun einmal einfach eher die Praktische, aber vielleicht wird das ja auch einmal praktisch in der Anwendung – so ich den Termin wahrnehmen kann und vor allem den Test bestehe. Was mir an der Stelle nur wieder ziemlich Kopfzerbrechen bereitet, ich aber morgen im Gespräch bei der Bundeswehr abkläre, sind die äußeren Umstände der Tests. Ist es erlaubt sich mit Taschenrechner und Formelsammlung zu bewaffnen? Ist dem nicht so, brauche ich nicht anrücken. Nicht nur, dass ich seit 5 Jahren aus dem Abi raus bin und den Stoff seither nie mehr angewendet habe, auch war meine Ausbildung darauf ausgelegt, dass man alle Hilfsmittel nutzt, die man zur Verfügung hat. Ergo hackt man schnell in den Taschenrechner, wenn ein Überschlag nicht reicht und schaut in die Bücher, sollte eine Formel über die obligatorischen R=U/I usw, gehen. Die Übungen zum Dreisatz sind so krass, dass man schon zum Lesen der Aufgebe ewig braucht und dass man am Ende mit fünfstelligen Zahlen + X Kommastellen hantiert. Im Kopf? Zeigt mir den Ingenieur, der alles im Kopf macht. Wenn wir ihn gefunden haben, gebe ich Euch mein Wort, hat er etwas mit dem BER zu tun!

Es ist nicht nur der Test, auch ist es die Reise dort hin, die mir zu schaffen macht. Natürlich habe ich kein Auto aufgetrieben, würde auf diesem Wege auch wieder nur draufzahlen, da 100€ von Dresden nach Köln recht knapp bemessen sind, um nicht zu sagen, die reichen nicht. Also muss ich mich in den Zug setzen und weil mein Test schon halb 8 am Morgen beginnt, darf ich am Vortag die 6 Stunden Fahrt auf mich nehmen und nach dem Test wieder in Richtung Heimat antreten. Nichts, was man mit meiner Angststörung mal so einfach macht, also habe ich schon jetzt wieder beim Gedanken Panik und rechne hin und her, wie man Dieses und Jenes organisiert. Das beschissenste wäre sicher, wenn ich aufs Valium zurückgreifen müsste und am nächsten Tag einen fiesen Hangover habe. Ebenfalls unschön: dass ich ohne das obligatorische Fahrtbierchen auskommen muss. Bei einer solchen fahrt, wäre ich wohl auch rotztütendicht, wenn ich in Köln ankomme. Hotelsuche – der nächste Krampf! Nie gemacht! Und das letzte Mal, dass ich in einem Hotel war, darf ich heut‘ als eine sexuelle Missbrauchserfahrung therapieren lassen und ist reichlich 14 Jahre her. Es gibt wirklich bessere Voraussetzungen für solche Vorhaben. Ich hasse diese Ungewissheit ohne die Möglichkeit selbst die Notbremse zu ziehen!

Klar, ich könnte jetzt schon die Notbremse ziehen und den Zug am Losfahren hindern und ich kann Euch sagen, meine Zweifel und meine Angst machen diese Option immer attraktiver, aber so lang wie ich noch stehen kann, so lang wie die Pumpe in meiner Brust, die graue Masse zwischen meinen Ohren noch irgendwie mit sauerstoffreichem Blut versorgt, so lang ist da auch diese quenglende Stimmte in mir, die es mir verbietet, die sagt: „Nur wenn du es versucht hast, kannst du sagen, dass du gescheitert bist und wirst erfahren, ob deine Angst begründet war! Wenn du jetzt wegrennst, wirst du es nie erfahren, wirst es dir ewig vorwerfen und dich noch viel länger, der verschenkten Chance wegen, hassen!“
Die Stimme hat Recht! Ich muss mich einfach zwingen, so wie ich mich schon so oft gezwungen habe, einfach einen Schritt nach dem Anderen zu machen, auch wenn ich meinte, dass es schon gar nicht mehr geht und zu nichts führt. Hier und da stürze ich immer mal wieder ab, macht meine Gesundheit Probleme, oder sehe ich kein Licht mehr in der Dunkelheit, aber wenn ich so zurück blicke – es wurde immer besser! Ich wurde immer besser!

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