Weil einfach nie genug ist..!

So zumindest habe ich den Eindruck dieser Tage.

Heut‘ rief mich überraschend das Arbeitsamt an und schlug mir eine Stelle vor, bei der ich mich spontan doch einmal melden sollte. Das Profil lag weiter unter meiner Qualifikation, doch ist ja alles besser als nichts, also rief ich dort einmal an, der mir auch die Dame vom Arbeitsamt nicht sagen konnte, welchen Umfang zu die Bewerbung haben sollte. Ein Telefonat vor der Bewerbung sei erwünscht.
Ich rufe also bester Dinge an und gebe an, dass ich wegen der Stelle als Laborassistentin vom Amt vermittelt wurde. Auf der anderen Seite herrschte kurz Stille, kam in einem herablassenden Ton: „Sie klingen aber nicht wie eine Laborassistentin!“ Ich überging diese Dreistigkeit, klärte den Umstand der Tiefen stimme auf und wieder Schweigen im Walde. Auf meine Frage, was man denn nun in eine Bewerbung packen sollte, bekam ich unmotiviert gesagt, das ein Lebenslauf ausreichend wäre.
5 Minuten nachdem ich meine Unterlagen an die Firma schickte, wurde ich von Arbeitsamt zurück gepfiffen. Die Firma habe das Stellenangebot wieder gestrichen.

Ich kann mir schon vorstellen, was für eine Assistentin man gesucht hatte.
Naja, der Auftritt der Firma und das Gespräch haben mir aber auch gereicht um zu wissen, dass ich dort sicher nicht arbeiten will.

Sicher nachvollziehbar nach dieser sexuellen Diskriminierung, oder einfach nur Idiotie, meine Laune ist nicht die Beste. Wie es natürlich nicht anders sein soll, stolpere ich genau heute über eine der vielen Perlen, im Forum von Windel.C.

Ein 68 Jähriger Transvestit, der behauptet sogar transsexuell zu sein, die Transition aber wegen Geldmangel in den 80ern abgebrochen zu haben, erklärte sich zur Kompetenz in allen Fragen rund um Transsexualität und Transvestitismus.

…weil TS noch nicht als Krankheit anerkannt war…

An der Stelle war der Ofen aus, das Messer in der Tasche offen, die Sau durchs Dorf und die Milch verschüttet, ohne dass der Schwamm da wäre, der drüber gekonnt hätte.

Ich habe mir das Profil dieses Kerls angetan und bei dem Text, der die eigene Person wiedergeben soll, meine Vermutung bestätigt gesehen: einfach nur ein Fetischist. Windeln und Damenbekleidung nicht mehr als Verkleidung und Rolle in einem sexuellen Rollenspiel, in der er natürlich devot, dienend. erziehungsuchend ist.

How became a clishé, a clishé?

Mir hat es gereicht und auch wenn die ganze Arbeit die dieser Text wieder vergebens ist, es musste einfach sein!

Transsexualität ist auch heute keine Krankheit im eigentlichen Sinne, nur weil sie eine ICD hat! Wenn dem so wäre, wäre sie wohl heilbar, wie man auch lang davon ausging (es behauptet hat und einige Flachschädel es noch immer behaupten), dass man Homosexualität heilen könnte, die man tatsächlich noch bis in die 70er international medizinisch als Krankheit anerkannte (§175 falls man mal schlechte Träume haben möchte). Stichworte wie (chemische) Kastration, Lobotomie – fetzige Dinge!
Wenn du dich also mit der Materie so gut auskennen würdest, wie du es vorgibst, würdest nicht nur eine solche Behauptung auslassen, du würdest schon die Formulierungen Transsexualität und Krankheit in einem Satz tunlichst vermeiden! Der Grund warum man die Medikation und auch die Operation und andere Maßnahmen im Regelfall, nach eindeutiger mehrfacher Diagnose, bezahlt bekommt bzw. bezuschusst bekommt, liegt im psychischen Leidensdruck. Ein Leidensdruck, den man weder durch Selbstdisziplin in der Triebunterdrückung, oder Verkleidung abgebaut bekommt, der auch nicht mit Medikamenten oder Verhaltenstherapie behandelt werden kann.
Ganz nebenbei: die geschlechtliche Angleichung, ist nur einer von vielen Schritten auf einem langen Weg und auch wenn er körperlich den größten Eingriff darstellt, die eigentliche Hürde meistert man ohne Ärzte und Therapeuten am Händchen, nämlich das Leben. Das Outing in der Familie, bei Freunden, auf der Arbeit, im Sportverein und so weiter und je nachdem wie lange man bis in die Transition brauchte, wie androgyn oder sogar feminin man erscheint, kann dieses Outing, ein Leben lang dauern. Die Stimme, der Bartschatten, das breite Kreuz, der tiefe Brustkorb, ein markantes Kinn, eine wulstige Stirn, zu große Hände oder Füße und letztlich der Adamsapfel… man kann immer stolpern, wenn man nicht grade das Glück hatte in der heutigen Zeit geboren zu sein und zu den tapferen Männern und Frauen, Mädchen und Jungen zu gehören, die ihre Pubertät schon so verlebt haben, wie es ihr Herz eigentlich für richtig hielt.
Ich könnte jetzt auf deine Behauptung eingehen, dass du transsexuell bist und einfach aufgehört hast den Weg zu gehen, weil es zu teuer war. Ich lasse es aber, da du hier von etwas redest von dem du offensichtlich auch nicht mehr Ahnung hast, als diese Spinner, die meinen ,Dokumentationen zu dem Thema machen zu müssen und dann Begriffe wie ‚Geschlechtsumwandlung‘ zu verwenden. Nicht mehr als Quotenhascherei und heiße Luft. Dazu ein Bewusstsein, gegen das man mit Logik nicht ankommt.
Ein transsexueller Mensch muss, ab einem gewissen Punkt mit der Konfrontation, einer vielleicht unbequemen, Wahrheit leben (z.B. 3 jähriger Alltagstest z.B. vor der Namens- und Personenstandsänderung). Wie realistisch ist, dass ihr ganzen selbsternannten Babymädchen und andere Fetischisten so wie ihr euch verkleidet im Alltag herum rennt? Also immer! Nicht nur mal zu ausgesuchten Anlässen, eben zum Einkaufen, wo einen niemand kennt, sondern auf Arbeit, zum Arzt, zu Behörden, zur Familie, zur Familie des Partners/ der Partnerin. Wisst ihr eigentlich wie demütigend dieser Moment ist, wenn man als Frau aus einem Wartezimmer als Herr XYZ aufgerufen wird, weil die Änderung noch nicht durch ist? Wisst ihr wie weh es tut, wenn euer ‚bester Freund‘ und Freudenspender kein Hochgefühl erzeugt, sondern euch fast in den Selbstmord treibt? Habt ihr schon einmal eine Stelle, einen Job, nicht bekommen, weil ihr als Transsexuelle dem Chef nicht in seine Firma gepasst habt?
Wenn die Nudel grade steht, ist der Gedanke an den anderen Körper vielleicht reizvoll, so wie es auch für einige Freaks ein attraktiver Wunsch zu sein scheint, sich unwillkürlich immer und überall vollzusch*****, aber was ist, wenn die Luft raus ist?!
Transsexualität setzt man nicht mal eben aus, weil man keine Lust mehr drauf hat, weil’s anstrengend oder kompliziert wird. Man lebt damit – immer, auch nach einem Orgasmus, auch vor der Schwiegermutter und unter den Augen des Chefs!

Wenn du dich also so selbstlos fragst, warum niemand deine tollen Fragen stellt und sie auch niemand beantwortet haben will: dieses Forum und diese Seite sind alles andere, als eine seriöse Anlaufstelle zu diesem Thema. Nicht wenn man Transsexuelle und fetischbezogene Transvestiten in einen Topf wirft, nicht wenn die andauernde Gefahr besteht, dass man nicht auf Verständnis stößt, sondern auf aufgegeilte Typen, deren Fragen wieder und wieder nicht von einer Sex- oder Masturbationsphantasie abweichen, wenn man doch ’nur‘ von Fetischisten umgeben ist!

Auch wenn ICD F64.0 und ICD F64.1 in der Selben Kategorie zusammengefasst sind, auf die meisten von euch trifft lediglich F65.0 und F65.1 zu und da ist die Lesart eine ganz andere und die Trennung der Klassifizierung ganz bewusst!

Die Herren (und auch evlt. wenigen Damen), die sich hier in der F64.1 ganz deutlich wiederfinden und nicht in Höschen und Strapse plötzlich meinen die Nutte vom Eck zu spielen, Euch sei versichert, ich habe mit meinen harten Worten nicht Euch gemeint und ich habe auch nicht im Geringsten etwas gegen Euch. Ihr fallt unter Transsexuellen in der Regel ja auch nicht auf, weil ihr Euch natürlich benehmt. Meine Wut richtet sich gegen die selbsternannten 2-Lochstuten, Windelbabymädchen und andere Spielarten, die einer unaufgeklärten Allgemeinheit einen Personenkreis der Lächerlichkeit preisgeben, der mit ihnen genau so wenig zu tun haben will, wie mit Conchita Wurst und anderen Vögeln, die nur gern mal ihre 15 Minuten Ruhm suchen.

An der Stelle: danke für nichts in die Richtung. Ihr reißt jegliche geleistete Aufklärungsarbeit mit dem Arsch ein!

So, das musste einfach einmal raus! Diese ignorante Selbstgefälligkeit zu dem Thema und die Vermischung von Themenkomplexen hier, kann ich einfach nicht länger tolerieren, da sie am Ende den auf die Füße fällt, die damit ihr Leben müssen – den Transsexuellen.

Der Hohn an der Sache: keine 30 Sekunden nachdem ich den Foreneintrag eingestellt habe, wurde er bereits geliked… von einem Honk der einfach alles auf der Startseite liked. Ich sagte ja, eigentlich ist es Verschwendung und ich denke, diese Seite werde ich auch bald nur noch als Ex-Mitglied von außen betrachten und die Masse der Leute verachten.

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