Kopfschmerz und Tränen

Wie kaputt alles in einem Kopf sein muss, Beziehungsweise wie verzweifelt eine Seele ist, wenn sie in einem Moment noch Todesangst hat, sich zwanghaft Gedanken um verhängnisvolle Krankheiten macht, um im nächsten Moment die Flucht nach vorn in den Freitod zu suchen, lässt vielleicht erahnen, welch Zerwürfnis, welch Leiden ein Mensch durchlebt.

Wenn ich die Episoden meines Lebens ausklammere, in denen ich mich fast rund um die Uhr mit Alkohol und anderen Rauschmitteln der Realität entzog, war es schon seit ich denken kann so, dass ich, kaum dass es Dunkel wurde und/oder ich versuchte zu schlafen, von finsteren Gedanken heimgesucht wurde. Als keines Kind waren es gestaltlose Albträume, im Grundschulalter tröpfelten die Träume schon vor dem Schlaf in den Gedanken und machte mir Angst, sponnen Verlustgefühle und flüsterten mir das Schlimmste ein. Heute als Erwachsene höre ich in mich hinein, höre mein Herz schlagen und gerate bei jeder noch so kleinen Unregelmäßigkeit in Panik. Ich habe gelernt, dass ich es nicht verhindern kann, dass man mich verlässt. Ich muss es akzeptieren. Genau so habe ich gelernt, dass es eine Gnade ist, schlafend im eigenen Bett zu sterben und so wehre ich mich auch nur noch selten, sollte sich mir der Gedanken aufzwingen. Was ich jedoch nicht gelernt habe und wohl auch nie lernen kann, ist mich mit dem Gedanken abzufinden, dass ich ganz offensichtlich Krank bin und wohl nie wieder ganz gesund sein werden.

Eine Krankheit wie sie gut jede zehnte Frau ereilt, wenn man den Zahlen glauben darf. An sich keine große Nummer, würde man die Medikamente vertragen und würden diese nicht alles nur noch schlimmer machen.

Eigentlich sollte ich mich selbst motivieren und mich freuen, dass es bei der Bundeswehr doch wenigstens als zivile Beamte Chancen für mich gibt, doch ich mache mir alles im Kopf schon jetzt wieder kaputt. Habe Angst weg zu gehen, obwohl ich auch hier nicht bleiben will. Habe Angst meine Zeit für etwas zu verschwenden, was mir so oder so nur Vorteile bringen würde.

Vielleicht sollte ich mir Hilfe suchen und mich einweisen lassen.

Vielleicht sollte ich aber einfach vor meinem Scheitern kapitulieren.

Ich muss lernen wieder kleine Brötchen zu backen und nicht alles mit einem Mal zu wollen. Ich muss endlich wieder begreifen, dass ich noch lang nicht am Ziel bin und dass dieses Ziel noch viel Arbeit, Geduld und wohl auch Entbehrungen vor sich als Hürden hat.

Bleibt nur noch die Frage nach dem Ziel: was ist es eigentlich? Ist es die Liebe? Für Wen? Sich selbst? Eine andere Frau? Das Leben?

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