Zwischen Leidenschaft und Kommerz

Alternativ auch: Quantität statt Qualität!

Keine Sorge, ich will mich nicht etwa über die Seelenlosigkeit der heutigen Musik und den echten Geist im Heavy Metal beklagen! Ich bin nur einmal mehr wieder an einem Punk angelangt, an dem ich mich frage, wie leidenschaftlich man seine Arbeit leisten sollte, um nicht zu verletzlich zu sein.

Ich gebe es zu: ich komme mir grade richtig dolle und ziemlich sehr dumm vor!

Amazon schlug mir, durch eines meiner eigenen kleinen Bücher verlinkt, ein Buch vor. Weder war der Titel interessant, noch das Cover ansprechend. Es war der Name des Autors, der Neugierde weckte, ohne wirklich eine hohe Erwartung zu haben. Diese Haltung wurde auch nicht enttäuscht. Mir wurde ein e-„Buch“ für 2.99€, mit einem Umfang von, festhalten(!!!), 44 Seiten angeboten.
Warum habe ich geklickt? Ich habe den Autor vor einer Weile „kennengelernt“, wie man es heut‘ in der Vernetzten Welt wohl so umschreiben kann, in dem ich ein wenig mit ihm Chattete. Keine Person, in die ich mehr Vertrauen hätte, als in den Mann, der hier die Gehwege reinigt (vor dem und seiner Arbeit ich aber wenigstens Respekt habe).
Mit einer Mischung aus Ekel und Wut, wollte ich also nun wissen, ob dieses Werk nur eine Ausnahme ist, oder ob diese Form und eigene Interpretation von literarischer Qualität Usus ist. Nein, es war, zumindest im Umfang, eine Ausnahme. Sonst haben seine Bücher, ich will sie so eigentlich gar nicht nennen, einen noch geringeren Umfang. Es werden tatsächlich 21 Seiten für 2.99€ angeboten! Nicht aber 21 DIN A4 Seiten, sondern, wenn überhaupt, DIN A5! Mit anderen Worten: eine Stunde guter Schreibfluss, eine halbe Stunde, so man alles nach Schema-F aufbaut und nur Namen und Orte austauscht.

Ich weiß, dass unsere Geschichten inhaltlich an einer selben Thematik kratzen, aber zur Hölle! Ich schreibe und will nicht mit niveaulosen Pornophantasien in einen Topf geworden werden!!! (<- Drei Ausrufezeichen, ich bin echt sauer!)

Wenn ich mich so umsehe und realisiere was für Preise für welche Art von Geschichte aufgerufen werden, frage ich mich, ob ich nicht aus Selbstschutz den Preis weit nach oben korrigieren sollte. Immerhin verlange ich für den acht- bis neunfachen Umfang, nur 34 verfluchte Cent mehr und habe sicher mehr Arbeit und auch Herzblut in meine Geschichten gesteckt, als dieser selbsternannte Psychopath und ‚Dom‘ in alle seine Werke, von denen es immerhin mehr als 130 gibt, zusammen. Einhundertdreißig! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. In Qualität und Umfang hätte ich meinen Jugendsünden also nicht löschen, sondern auf Amazon hochladen sollen und wäre wahrscheinlich von einem niveaulosen Haufen notgeiler Wichser noch gefeiert wurden. Allerdings müsste ich mich dann dann wohl auch hinter einem lächerlichen Pseudonym verstecken, damit kein Mensch in meinem Umfeld erfährt, was für ein unkreativer und gestörter Spinner (m/w) ich bin!

Sorry, mir kommt die Galle!

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