Warum ich kein Kind haben will..?(!)

Auch auf die Gefahr hin, dass sich nun wieder der eine oder andere Vorwurf an meiner Person, auf den Weg zu mir macht, möchte ich heute einmal ein Thema sehr deutlich bearbeiten, welches mich schon sehr lang beschäftigt.

Heute war Mal wieder einer dieser Tage, an dem ich zu einer Frau ging und sie dafür bezahlte, mit mir zu reden! Nein, ich war nicht bei einer Professionellen im Horizontalgewerbe, sondern bei meiner Therapeutula.
Wie auch sonst die letzten Tage drehte ich mich auch bei ihr nur im Kreis und schlich um einen Eimer voll Scheiße, der mit „Meine Probleme“ beschriftet ist. Ein wenig fokussierter als sonst, habe ich dann aber doch eine Reihe dieser Probleme auf den Tisch geworfen und gewälzt.

Zwei dieser Themen:
1) Bin ich eine Narzisstin?
2) Warum ich keine Kinder (haben) mag?

Vielleicht zwei unterschiedliche Baustellen, aber auch nicht wirklich von einander getrennt – wie so Manches, wenn nicht gar alles, was mit den lieben Macken zu tun hat.

Als ich neulich mit einer alten Freundin und deren Bekannten wandern war, kam zwischen ihr und mir das Thema und später der Zwist auf: warum ich keine Kinder haben will?
Ich meinte, dass ich keine Frau haben will, die Kinder hat. Darauf brachte sie mir entgegen, dass es doch normal sei, dass man in unserem Alter Kinder hat (und dass ich mich so nur wieder selbst ausgrenze).

Das nagt nun in und an mir!

Ich habe mir die letzten Tage lang und breit und viel und hoch meine Gedanken gemacht. Warum ist es so wie es ist und liegt es vielleicht daran, dass ich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS) habe? Dies wurde mir nun wiederholt, unter Anderem, von meiner Ex, an den Kopf geworfen, ohne dass man es mir mehr begründen konnte, als der Tatsache, dass ich mich um mich drehe.
Dieser ersten Frage ging ich heute mit meiner Therapeutin auf den Grund. So sie nicht gelogen haben sollte, sieht sie an mir keine solche Störung bestätigt. Ich habe zwar Züge des Narziss, diese sind wohl aber im vollkommen normalen Rahmen anzusehen und wenn überhaupt, in einem leichten Narzissmus zusammen zu fassen, der nicht ab der Norm ist. Eindeutig gegen diese Störung spricht, dass ich weitreichend Empathisch und sehr oft fähig zum Kompromiss bin, sogar komplett in meinen Ansprüchen zurück stecke, nur um nicht allein zu sein.

Der letzte Teil des Satzes lässt den Einen oder die Andere sicher aufhorchen. Nicht minder schädlich, aber doch ganz anders begründet, liegt hier das Problem und die Diagnose: Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)

Ich kann jetzt nicht sagen, dass es besser ist, eine BPS, statt einer NPS mit sich herum zu schleppen, aber ich für mich selbst, komme damit besser klar. Keine Ahnung, vielleicht liegt es am Namen, vielleicht an der Tatsache, dass man es länger weiß und selbst bestätigt sieht.

An dieser Stelle liegt nun auch der Hase im Pfeffer begraben und wir kommen zurück dazu, warum ich keine Kinder haben will:
Ich bin mir sicher, dass meine Aussage gleich wieder als absolut egoistisch missverstanden wird, doch lest bis zum Ende und urteilt dann!

Einer der Grüne warum ich kein Kind haben will und auch keine Partnerin mit Kind haben möchte: ich könnte es einfach nicht ertragen, wenn ein Kind die Aufmerksamkeit meiner Partnerin bekommen würde, die ich mir doch so sehr ersehne. Ich würde es als eine Störung in der direkten Harmonie zwischen mir und meiner Partnerin empfinden, die ich mir wünsche. Das klingt nun sicher so, als würde ich meine Partnerin ganz für mich allein haben wollen und gegen den Klang kann ich nicht viel mehr tun, als es zu bestreiten. Es sollte Jede ihr Leben haben, man sollte auch gemeinsam und allein weggehen können und natürlich sollte die eigene Familie und auch der Freundeskreis nicht zu kurz kommen, aber wenn man wieder gemeinsam daheim ist, sollte es nur uns geben. Keine Rücksicht, bis ein Kind im Bett ist und auch dann nur so viel Spaß haben, dass es nicht gleich wieder angerannt kommt. Kein Kindsvater, der immer und ewig wie ein drohender Schatten hinter uns und dem Kind her schleicht und am Ende sogar noch Ansprüche hat oder erhebt!

Dazu kommt, dass meine Ablehnung eines Kindes in meinem Leben auch einen Schutz für die Kinder zum Ursprung hat. Man hört mich sicher drei Dutzend Mal am Tag sagen, dass ich keine Kinder mag und das stimmt auch, doch heißt das nicht, dass ich einem Kind das Recht auf eine unbeschadete Entwicklung und auf ihre Unversehrtheit abspreche. Im Gegenteil! Ich mag auch keine abartigen Mini-Köter, wie Chihuahua (google das Wort mal, wenn du keinen Plan hast, wie man das Schreibt!) und dennoch trete ich sie nicht tot, oder lass‘ sie von normalen Hauskatzen auffressen. Ich denke es ist klar, was ich zum Ausdruck bringen will. Nur weil man etwas nicht mag, heißt es nicht, dass man diesem Etwas, etwas antun möchte, man möchte es vielleicht nur nicht um sich haben. Ich schweife ab! Ich will Kinder schützen und das tue ich am Besten, wenn ich sie aus meinem Leben ausschließe. Wir sind uns wahrscheinlich einig, dass Kinder unglaublich neugierig sind und dass die Weisungen wie „Geh das nicht rein!„, „Fass das nicht an!„, „Das ist für dich verboten!“ nur unglücklich formulierte Einladung sind, genau das zu tun. Das anzuschauen, Dort rein zu gehen und genau Das anzufassen. Auch wenn ich es nie bewusst tun würde, ein Kind nie anfassen würde, oder mit verwerflichen Material in Verbindung bringen will, ich hätte das Potential ein Kind fürs Leben zu schädigen, oder doch mindestens zu verstören. „Mama, warum habt ihr Windeln an und Schnuller im Mund?“ <- erklärt das Mal! Vergessen wir nicht, ich war einst auch Mal ein Kind und ich weiß, man kann nichts so gut verstecken, dass es ein Kind nicht findet, wenn es etwas finden will!

Der nächste Punkt, der sicher wieder total eigennützig ist: ich will unabhängig sein und bleiben. (Und das als Borderlinderin – verwegen!) Durch meine generelle Angst- und Panikstörung, war ich nun seit 2005 fast ausschließlich an meine Bude gefesselt und plante jedem Schritt immer so lang, bis ich ihn auch blind gehen konnte, doch tat ich dies auch dann nur, mit Netz und doppeltem Boden. Nun will ich meine Tasche packen, meine Partnerin schnappen können und einfach spontan in den Sonnenuntergang rasen, um einfach Mal ein Wochenende, oder ein paar Tage Ruhe zu zu haben. Da möchte ich nicht erst Omas und Opas aktivieren, mich 3 Mal versichern und dann doch wieder eher heim fahren müssen, weil Kindchen, kaum dass man es abgab, zu Kotzen begann.
Sicher bin ich Mal für ein paar Stunden in der Lage darauf zu achten, was und wie ich es sage, aber ich bin nicht in der Lage und wenn ich ehrlich bin, auch nicht gewillt, meine Themen und meine Ausdrucksweise dauerhaft kindgerecht umzuformen.

Weiterhin bin ich mir bewusst, dass ich psychisch instabil bin, immer wieder rückfällig werden kann, oder noch schlimmeres mit mir selbst anstelle. Aus diesem Grund (und einer Reihe anderer Gründe) halte ich mir schon kein Tier welches Futter, Wasser und Bewegung braucht. Es wäre unverantwortlich und unfair! Warum sollte ich bei einem unschuldigem Kind einen Unterschied zum Tier machen? Sollte ich nicht und mache ich nicht!

Nun habe ich wieder lang und breit dargelegt, was ich nicht will und warum ich es nicht will, doch was will ich?
Habe ich als Frau keinen mütterlichen Gefühle in mir? Oh doch, die habe ich! Ich habe Sehnsucht mich um jemanden zu kümmern, aber diese Person sollte erwachsen und mündig sein!

Noch ein kurzer Exkurs in meine Vergangenheit: 2008, ein reichliches Jahr bevor meine Liebe von ihrem Ex ermordet wurde, stellte man bei Ihr einen heftigen Zystenbefall an den Eierstöcken fest und die Ärzte rieten Ihr, wenn sie einen Kinderwunsch haben sollte, sollte sie sich damit ran halten und auch dann, sei es ein höchst risikoschwere Schwangerschaft. Sie hatte diesen Kinderwunsch und hatte bereits ein paar Jahre davor, durch den Missbrauch eines anderen Ex-Freundes (der Kindsvater) eine Fehlgeburt erlebt. Nach dieser Diagnose wendete sie sich aufgelöst an mich. Wir waren über Jahre ’nur‘ gute Freunde, da eine Beziehung zwischen uns einfach immer wieder scheiterte und wir uns doch blind vertrauten. Sie wollte ein Kind von mir. An dieser Stelle, trage ich die Bürge meiner egoistischen Entscheidung: ich wies Sie zurück. Ich liebte Sie, ich liebe Sie noch immer, doch wies ich sie zurück, da ich nicht in meinem Weg gehindert sein wollte. Ich hatte grade die Akzeptanz für mich selbst gefunden und wollte so schnell es ging, eine Frau werden. Wie es so ist, wenn man Dinge übers Knie bricht, eine Vielzahl meiner damaligen Informationen waren falsch. So auch die Information, dass ich meinen Namen und den Personenstand nicht ändern kann, wenn ich Vater bin. Ich erklärte Ihr die Problematik und Sie schätzte mich immerhin so sehr, dass Sie meine Entscheidung verstand, respektierte und mir mit Ihrem Kinderwunsch nicht im Wege stehen wollte. Es wäre ohnehin eine unüberlegte Flucht nach vorn geworden. Der Kinderwunsch war nach ein paar Monaten vom Tisch – Sie hatte sich mit Ihrer Situation abgefunden.
Heute frage ich mich immer wieder – mache mir den Vorwurf, ob sie noch leben würden, wenn wir ein Kind gehabt hätten, oder ob ich nun zwei Herzen beweinen müsste?

Nein, das will ich alles nicht mehr!

Ich will Mama sein, ja!, aber für eine erwachsene Little! Ich will ihr Mittelpunkt des Universums sein, so wie sie das Zentrum Meines ist! Ich will gebraucht werden und wichtig sein! Mit ihr und einem schönen großen Hund ein Haus bewohnen, einen Garten bewirtschaften und den ganzen Tag einfach sein wie man ist! Kein Spielzimmer haben, kein Verstecken mehr, kein Verstellen.
Ich habe mich fast 30 Jahre verleugnet und versteckt und werde dazu im Leben sicher noch mehr als genug Gelegenheit haben, da will ich wenigstens im eigenen Reich ich selbst sein dürfen.

Nein, ich möchte kein Kind in meinem Leben (zumindest nicht jetzt, nicht morgen und wohl auch nicht in ein paar Jahren)!

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