Ablehnung

Spätestens seit der Trennung von meiner letzten Partnerin, mache ich mir immer wieder Gedanken über die Ursachen für diese oft spontane, aber radikale Ablehnung meiner Person.

Die Suche nach der Ursache und die Frage nach dem ‚Warum?‘ läuft für mich immer wieder auf die Frage nach Henne und Ei heraus. Was/wer war zuerst da?

Warum versuchen wir eigentlich Leuten zu gefallen und warum legen wir überhaupt wert auf die Einschätzung einer anderen Person, zu uns? Fehlt es an Selbstvertrauen? Ist es ein Überbleibsel einer überholten Rudel-Mentalität? Vielleicht entsteht dem Menschen ja ein Vorteil, wenn andere ihm zugetan sind. Aber warum?

Ich für meinen Teil hatte nie wirklich Probleme damit, Leute kennenzulernen, da mir das Werkzeug eines krankhaft übersteigerte Selbstbewusstseins immer die beste Arbeit verrichtete.  Lustig, gewitzt, frech und auch ein wenig dreist, in jedem Fall aber immer breit sich selbst zum Obst und andere zu machen, war ich im Handumdrehen der Mittelpunkt jeder Schulklasse, jeder Party und selbst in der Psychiatrie. So schnell die Kontakte aber geknüpft wurden, so kurzlebig waren sie auch und sehr bald stand ich wieder allein da.
Ich habe die Schule vor 15 Jahren verlassen und wurde seit dem nur zu einem einzigen Klassentreffen eingeladen, welches ich wegen eines Zusammenbruchs nicht besuchen konnte. Eingeladen wurde ich ausgerechnet von der Schulklasse, in der ich nicht einmal ein halbes Jahr geschafft hatte, bevor man mich hochkant von der Schule und damit aus dieser Klasse warf. Vielleicht spielte mir die Zeit ein wenig in die Karten, da ich noch nicht ganz in den Köpfen verblasst war. Dennoch, es bleiben 14 Jahre ohne Einladung. Wer mich besser kennt, vor allem mein Auftreten und meine Art, der sollte vermuten, dass ich in den Köpfen auch auf längere Zeit zu verweilen vermag. Vielleicht hat man mich aber nicht vergessen, sondern will, schlicht und ergreifend, nichts mehr mit mir zu tun haben.
Warum? Nun, ich gebe es nicht gern zu, aber es abzustreiten ist sinnlos: ich war nicht unbedingt nett zu meinen Mitmenschen. Habe ich mich nicht mit anderen Idioten, wie ich es war, geprügelt, habe ich auf anderen, meist schwächeren Außenseitern, herum gehackt. Nicht weil ich Spaß daran hatte andere zu quälen, sondern weil ich selbst meinen Stand in der Gruppe festigen wollte und nicht selbst irgendwann der Außenseiter sein wollte. Im Krassen Widerspruch dazu, habe ich mich irgendwann begonnen für Schwächere stark zu machen und andere Bullys und Mobber zu verkloppen. Aber auch hier, war mein Handeln eher heuchlerischer Natur. Ich lebte eine eigene pervertierte Form von Gerechtigkeit und lies mich auch hier von anderen Leuten benutzen um ihre Kämpfe zu führen.
Ein glanzloses Beispiel dieser Manipulanten war meine erste richtig feste Freundin und spätere Verlobte (Jugendlicher alberner Leichtsinn! Den Ring trage ich dennoch noch immer, um mich daran zu erinnern, mich nie wieder so zu verführen und verbiegen zu lassen). Für sie habe ich mehr als eine Schlägerei angezettelt, oder wurde auch von Fremden angegriffen, wenn sie sich mit Hinz und Kunz in meinem Namen angelegt hatte, ohne dass ich es wusste. Im Endeffekt wurde ich von der Schule geworfen, fuhr in die geschlossene Klappse ein und das Damoklesschwert einer drohenden Verurteilung wegen Erpressung, Nötigung, Körperverletzung und noch einem Haufen anderer Scheiße, schwebte über meiner hohlen Birne.
Der Witz: diese Ex kann ein wenig mehr als die Hälfte meines IQ, ihr Eigen nennen! Da kann man mal wieder sehen, wie leicht ich mich manipulieren ließ, einfach nur, um nicht wieder allein zu sein und um mich bestätigt zu sehen.
Um die Geschichte zu dieser ‚Dame‘ zu einem Abschluss zu bringen: Am Ende hat sie mir eine Ewigkeit eine Szene gemacht, als ich an einer neuen Schule, aus ihrem Dunstkreis entzogen, bei den Mädels nicht grade unbeliebt war. Sie hat mir unterstellte, dass ich sie betrogen habe und verließ mich. Im Laufe der nächsten 3 bis 4 Jahre habe ich dann erfahren, dass sie mich über fast die ganze Beziehung hinweg (immerhin 18 Monate) mit ihrem Ex und anderen betrogen hat. Zum Glück war mir das alles nur ein müdes Lächeln wert, als ich es erfuhr. Klappe zu – Affe tot!

Den Fehler, dass ich mich so benutzen lassen habe, habe ich noch einmal gemacht und es wird wenig überraschen, dass auch diese Partnerin der Beschriebenen als seelischer Zwilling glich. Dumm, faul, feige, egozentrisch, intrigant, gierig, arrogant, narzisstisch, boshaft und zur Krönung: vollkommen asozial. Zwar nicht in der Lage selbst Fertigkartoffelbrei zu kochen, aber meine Kochkünste verschmähen und sich lieber Dr.Wagner TK-Pizza kaufen lassen.
Beide hatten auch den selben ‚verletzenden‘ Spruch, als Schluss war: „Nur damit du es weißt, ich habe dir jeden Orgasmus nur vorgespielt!“
Bin ich ein schlechter Mensch, wenn ich sage, dass mich das nicht im geringsten interessiert hat, wenn die zu blöd waren, sich etwas Gutes zu tun, oder es einzufordern? Der Spruch ist aber schon immer einer meiner lieblings-‚Fertigmacher‘

*wischt sich ein Lachtränchen aus de, Augenwinkel*

Spaß bei Seite. Aus dem Käfig dieser Beziehung wusste ich mich erst nach 3 Jahren und einer stationären Therapie zu befreien! Ich sagte sie war boshaft und das meine ich auch so. In der Zeit, in der ich mit ihr zusammen war, begann das Einnässen und auch meine Selbstakzeptanz als Frau und der Versuch eines Outings bei ihr, fiel in sie. Das war natürlich explosiver Gesprächsstoff, wenn die Geheimnisse und Bettgeschichten eines dorfbekannten Schlägers die Runde machen sollten. Ich versuchte mich also freundschaftlich und einvernehmlich von ihr zu trennen und dachte auch es sei geglückt. Mich und meine Geheimnisse hing sie dennoch überall hin, einfach nur, weil sie sich damit wichtiger machen konnte, als sie selbst war. Glücklicherweise begann sie in der Zeit nicht nur mit dem Konsum von Meth, sondern war ohnehin als Wichtigtuerin und Lügnerin verschrien, so dass sie nur bei Leuten Gehör fand, die mich nicht kannten, oder mich ohnehin hassten.

Nach dieser Erfahrung und zusammen mit der Entscheidung endlich ich selbst zu sein und mein Leben auf die Reihe zu bekommen, lies ich sie und das Dorf hinter mir und zog in die Kleinstadt.
Mit dem Umzug änderte ich mein Verhalten und meinen Umgang mit den Menschen. Ich wollte nicht mehr jedem gefallen, sondern endlich einfach nur ich sein, auch wenn das heißt, dass ich mich als etwas nihilistisch und ziemlich misanthrop präsentiere. Leute lernte ich fortan über das Internet kennen und meine soziale Interaktion im Alltag, beschränkte sich auf den Einkauf und die paar Stunden die ich in der Abendschule zubrachte. Ob ich dort beliebt oder unbeliebt war, weiß ich nicht, ich war jedenfalls die meiste Zeit allein, las in den Pausen, hörte Musik und ging direkt zur Schule und von ihr wieder heim.
Freunde hatte ich in der Zeit wenige, dafür meinte ich, es seien gute. Weit gefehlt, wie ich nach dem Mord an einem der wenigen Menschen, den ich aufrichtig geliebt habe, merken musste.

Fassen wir das also zusammen:
Verbieg dich und spiele den Klassenkasper, steht du in der Mitte, ohne eigentlich dabei zu sein. Sei du selbst und du steht unbeteiligt am Rand von etwas, zu dem du ohnehin nicht gehören willst.

Ist es besser einsam, aber man selbst zu sein, oder sollte man versuchen beliebt beliebt zu sein, zu dem Preis, dass man irgendwann nicht mehr in den Spiegel schaut und sich selbst sieht?

Ich denke das erste ist besser als das Zweite, aber einen Kompromiss sollte man schon finden. Doch wie soll der aussehen?

Noch vor knapp 7 Jahren dachte ich, dass es gut tun würde, wenn man einfach dahin geht, wo man sich wohl fühlt und wo die Leute sind, mit denen man klar kommt. Die Sache hat nur eine Krux: man ist von den Leuten abhängig und muss jede Änderung im Gefüge entweder wieder mit machen, oder man steht wieder allein da. In meinem Fall zog der Mittelpunkt der Szene weg und alles zerbrach in Grüppchen. Mit keiner dieser Grüppchen konnte ich auf lange Sicht etwas anfangen, da ich weder harte Drogen nahm, noch den ganzen Tag saufen wollte und mit dem Herumhuren hatte ich es auch nicht so. Dazu kam meine Ablehnung extremistischer politischer pauschalisierenden Strukturen und meine eher ablehnende Diskussionskultur mit Soziologie-Studenten im 5. Ausweichstudium, die mir als Arbeiterin klar machen wollen, wie die Welt funktioniert, ohne je etwas geleistet zu haben, außer die Hand aufzuhalten und Geld anderer auszugeben.

Also stehe ich wieder weitgehend allein da und frage mich, was hier eigentlich alles falsch läuft.
Ich ertappe mich nun immer wieder dabei, dass ich versuche mit Leuten klarzukommen, ihnen sogar zu gefallen, obwohl ich sie vielleicht nicht nur nicht mag, sondern ihren Lebensstil vielleicht sogar in Gänze ablehne.

Eigentlich brauche ich um mich Leute mit meinem Intellekt um wirklich Spaß zu haben und um mich gepflegt unterhalten zu können, aber ich gerate immer wieder an Komplettversager, die sich dieses Umstands nicht bewusst sind und im Gegenteil, sogar noch so tun, als seien sie etwas ganz Besonderes und versuchen mich zu belehren und mir das Leben zu erklären.
Obwohl ich mir im Kopf voll und ganz bewusst bin, dass ich auch eigentlich nicht nötig habe, füge ich mich und mache gute Miene zum bösen Spiel, einfach nur im nicht wieder allein zu sein.

Ist das vielleicht auch wieder ein masochistischer Zug, oder wirklich nur die Angst davor, allein zu sein?

Ich will hier raus!

Ich nehme es keinem Menschen den ich im Leben Unrecht getan habe und der unter mit leiden musste, dass er mich ablehnt, doch sind es in der Regel genau die, die die Größe haben, zu vergeben und meist haben sie mich und meine Arschigkeit vergessen. Was die Leute aber für ein Problem mit mir haben, denen ich nie etwas tat, begreife ich nicht. Zu der letzten Gruppe zähle ich auch meinen ehemals besten Freund, der sich von einen auf den anderen Tag einfach von mir abwendete. Nach mehr als 15 Jahren Freundschaft.

Vielleicht ist es doch einfach die Entscheidung so zu leben, wie ich bin, die mich inkompatibel macht…

Inset coin – Reboot your life!

Nach wiederholter längerer Überlegung komme ich zu folgenden Punkten, die Kontakt oder gar eine dauerhafte, auch freundschaftliche, Beziehung zu mir, schwierig machen:

Ich bin nicht anspruchslos – möchte mich also weiterentwickeln und etwas vom Leben und der Welt sehen, ohne auf Malle Eimer zu saufen, oder in der Türkei Döner zu essen.

Ich lache gern über schmutzige und witzige Witze, pflege sonst in meiner Themenwahl aber ein gewisses gehobenes Niveau.

Ich ignoriere Probleme nicht, sondern spreche sie deutlich an und ändere sie, so es in meiner Macht als einzelner Mensch steht – Sprüche wie „Du regst dich immer nur auf“, kann ich dabei also genau so wenig brauchen, wie einen Finger im Auge. Wenn ich nur meckere, liegt es daran, dass mir einfach zu viele Dinge auffallen, die nicht funktionieren.

Ich lehne Zweckbeziehungen aufgrund gemeinsamer Hobbys, Neigungen, Meinungen ab, wenn man menschlich einfach nicht miteinander kann – Ja tatsächlich brauche ich keine 5.000 männlichen Windelträger um mich, die ich nicht riechen kann und für die ich nicht mehr als Wichsvorlage oder sonstiges Objekt bin.

Als Sahne auf dem Haufen: Ich bin durch meine psychischen Störungen, die BPS und die generalisierte Angst und Panikstörung, unberechenbar, sehr auf eine Person fokussiert und habe größte Probleme meine Emotionen in einem normalen Maß zu regeln – Verlustangst, Eifersucht, Klammerverhalten, Depressionen, Suizidalität, Anfallsleiden, alles gratis und inklusive, aber keine Entschuldigung.

Nun die Kirsche: Sexuell fühle ich mich zur Zeit absolut nicht attraktiv und habe vor engeren Kontakten, was partnerschaftliche und sexuelle Beziehungen fast unmöglich macht.

Ich denke ich habe alles erfasst, wenn doch noch etwas fehlt, ärgere ich mich und verheimliche es!

Ein wenig sehr zynisch:

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