Denken – Schreiben – Stillstand

Nachdem es mein Rechenknecht wieder so weit gut geht, dass ich alles mit ihm machen kann, wird der Pool der Ausreden, für meine Bummelei langsam immer trockener.

Ich versuche mich in Begründungen, doch halten diese, kaum einer genaueren Prüfung stand und entpuppen sich recht bald als Ausreden oder Ablenkungen.

Es kotzt mich an!

Vor zwei Tagen habe ich, als ich abends auf der Bettkante saß, ein Buch (Das Blender-Buch)  in einem der Regale entdeckt und kam ins Grübeln, was aus mir geworden ist und woran diese Veränderung liegen könnte. Hormone? Arbeit?
Einst war ich fokussiert und konzentriert. Heute breche ich die meisten Projekte schon ab, bevor ich überhaupt den ersten Schritt getan habe, sie zu realisieren. Ich habe einst riesige Bauten in Blender geschaffen und mit den verschiedensten Dingen herum experimentiert. Heute sitze ich stundenlang da und überlege, wie ich ein Problem löse, statt mich um ein Dutzend anderer Dinge zu kümmern, von denen ich sicher weiß, wie ich es machen muss. Am Ende lasse ich es in der Regel sein und nicht nur das, ich lösche sogar immer mehr ältere Arbeiten.
Ist mein Anspruch an mich so hoch geworden, dass er meine Fähigkeit nicht nur überwuchert hat, sondern sie auch erstickt?

Diesem Beispiel folgen so manche Andere. Ich stehe unter der Dusche, oder sitze in der Bahn und denke über eine Story nach, oder wie ich eine bestehende noch ein wenig verändern könnte. Dann kann ich kaum erwarten und drehe förmlich durch, dass ich meine Gedanken nicht sofort in Schrift fassen kann. Habe ich dann Zeit und Möglichkeit, sitze ich blöde herum lasse mich von jedem Dreck ablenken, statt fokussiert zu arbeiten.
Eigentlich wollte ich mein erste Buch lange an einen Verlag senden und in dessen Vorfeld noch ein bis zwei Mal überarbeitet haben, aber ich hänge Mal wieder fest. Gut, die Stelle an der ich grade hänge, ist emotional sehr schwierig und langsam aber sicher läuft alles auf den Höhepunkt hinaus, aber ich muss mich doch irgendwie zusammreißen können!?!
Ebenfalls komme ich mit ‚Sein wie man istTeil 1 und Teil 2 nicht wirklich weiter. Die Bücher sind zwar für den Kindle erhältlich, aber ich wollte eigentlich schon zu Weihnachten alles so weit haben und mit einem kleinen Extra versehen, dass ich sie auch als Taschenbuch anbieten kann. An Zeit fehlt es mir nicht, an Konzentration und Motivation aber schon.

So und genau so, verhält es sich mit allen Dingen, die auch nur entfernt mit Kreativität zu tun haben. Aber nicht nur in diesen Bereichen bin ich regelrecht faul geworden.

Auch bei den beiden großen Baustellen, in meiner derzeitigen Situation, habe ich größte Probleme den Arsch hoch zu bekommen.

Bei der Suche nach Arbeit hat mich die Frustration eingeholt und bremst mich besser aus, als ’n 3.5 Tonnen Anker um den Hals beim Laufen. Leere Versprechungen, Absagen, gar keine Rückmeldungen und dazu ein Arbeitsamt, dass es für klüger hält, mich zu nerven, mir mit Sanktionen zu drohen, statt den eigenen Stellenpool zu kennen und wenn sie schon Stellen aufdrängen, diese auch einmal zu prüfen, ob die Stellen:
A) ins Profil passen
B) die Firmen überhaupt vertrauenswürdig sind
Es gibt doch nichts Motivierenderes, als Firmen und deren Ansprechpartner die nur blödes Zeug von sich geben, von denen man am Ende auch nichts hat. Dann doch lieber direkt ’ne Absage, als falsche Hoffnungen.
In dem Bereich setze ich wirklich alles auf meine Bewerbung als Feldwebel (wie heißt das doch gleich noch einmal weiblich? 😀 ) bei der Bundeswehr. Da stimmt wenigstens so weit alles, vom Geld, über die (Weiter)-Bildung bis hin zur Zukunftsperspektive.

Das Letzte, bei dem ich weder Arsch hoch, noch Fuß in die Tür bekomme, ist das Vorsprechen in einer Klinik für die finale OP. An dieser Stelle muss ich aber sagen, habe ich keine Ausrede, sondern ein frustrierend- schlagendes Argument:

Ohne Arbeit, finanzielle Absicherung und Perspektive für die Zukunft, werde ich mich nicht ins Unheil stürzen, da mir das absolut nichts bringt und mich am Ende kaputter macht, als ich vorher war/bin.

Scheiße!

Herr Ober, einmal Lebensplanung und Motivation bitte!

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