Der Lack ist ab!

Die Fassade bröckelt! Die Maske fällt!

Ich könnte dieser Aufreihung noch andere Umschreibungen zufügen und eigentlich nicht dazu sagen, das wäre aber nicht Sinn und Zweck dieser Nummer.

Gestern war es nun endlich so weit, dass ich mich mit meiner Ex getroffen habe. Ursprünglich war von meiner Seite geplant, dass man nicht nur die letzten Dinge zurück tauscht, sondern dass man sich auch einmal friedlich, offen und vor Allem: wie Erwachsene ausspricht. So richtig mit Zuhören, Überlegen und Antworten, ohne den Anderen immer wieder in Vorwürfen zu ertränken.

Woher ich die Annahme nehme, dass Erwachsene zu so etwas in der Lage wären, weiß ich nicht. Meine Eltern waren dazu schließlich auch nicht fähig und genau so, wie ein Streit meiner Eltern, lief es auch zwischen uns ab. Die Eine Seite spricht, die andere verdreht. Die Eine Seite wählt die Worte zunehmend mit Bedacht, die andere Seite wird immer lauter. Am Ende gibt ein Wort das Andere und zwei die sich eigentlich einmal gern hatten, kannten sich plötzlich nicht mehr.

Nachdem ich mich gestern mit belanglosen Links und albernen Beiträgen versucht habe, vor dem Gespräch zu beruhigen und gute Miene zum bösen Spiel der Gefühle machte, ist die Maske der Selbstsicherheit nun endgültig gefallen. Ich bin am Boden zerstört und habe gedanklich spätestens seit gestern Mittag wieder den Hals in der Schlinge.

Sicher, es macht mich traurig, dass ich wieder einen Menschen gehen lassen musste, den ich nicht nur sehr mochte, sondern dem ich auch einst blind vertraute, was mich aber wirklich tief verletzt hat, sind die Dinge, die sie mir an den Kopf warf.

Mir wäre es egal, wer mein Freund ist und sie sei ersetzbar und bedeutungslos, vor diesem Hintergrund.  – Ich muss wirklich sagen, dass ich mir kaum ungerechter behandelt vorkam. Jeder Mensch, der mich besser kennt, weiß eigentlich, dass ich zwar nur auf wenige Freunde und Bekannte wert lege, dass ich diese Freundschaften aber, in der Regel, mit wenig Rücksicht auf mich selbst, bis zur Selbstaufgabe pflege. Dass ich helfe wo ich kann. Dass ich gern eine Freude mache, wo es sich anbietet und dass ich die Letzte bin, die einem Freund die Tür vor der Nase zuschlägt.
Leider wurde mir dieses Verhalten noch nie gedankt, aber das steht auf einem anderen Blatt. Sie sollte es besser wissen und sollte wissen, dass jeder Freund und jede Freundin, deren Wege sich von den Meinen abspalten, ein individuelles Loch bei mir hinterlassen hat und hinterlässt.

Im selben Atemzug kam der Vorwurf auf, ich sei egoistisch. Was soll man dazu sagen? Zeigt mir einen, auch nur einen Menschen, dessen Motivation im Handeln, nicht irgendwann wieder bei sich selbst landet – und wenn er/sie nur hilft, um am Ende ein gutes Gefühl zu haben. Ich lasse mir sicher manches in der Richtung an den Kopf werden und gebe auch zu, dass ich vor allem durch meine Ängste, oft auf mich fixiert bin, aber egoistisch bin ich sicher nicht. Ich mache mir nicht nur mehr Sorgen um andere, als um mich, ich gebe auch mehr, als ich oft eigentlich geben kann. Und das meine ich nur nur materiell.
Sehr verletzten, wie ich finde, aber das liegt wohl in der Natur der Dinge, wenn Angriff einfach die beste Verteidigung ist.

Im folgenden Gespräch gab es noch eine Vielzahl hässlicher Dinge, die man sich an den Kopf warf, wobei ich mich auch nicht aus der Schuldigkeit heraus nehme.

Was mich allerdings als Antwort auf die Frage: ‚Warum sie mit mir zusammen war, wenn ich doch so ein schlechter Mensch bin?‘, erwartet hat, brach mir das Herz und wird mir wohl auch irgendwann das Genickt brechen.
Die einzigen beiden Attribute, die für mich sprachen: ich sei lustig und ich war interessant.
Kein Wunder, dass es nicht für mehr als eine Affaire gereicht hat und nach nicht einmal zwei Monaten wieder verpufft war. Irgendwann ist jeder Witz erzählt und auch die Lebensgeschichte, selbst wenn sie ein wenig mehr zu bieten hat, wie es die meine hatte, ist auch irgendwann abgefrühstückt.
Wäre ich nur ein wenig liebenswert gewesen, wäre am Ende vielleicht mehr dabei herum gekommen. Vielleicht wären wir immerhin noch Freunde und ich nicht wieder weggeworfen, wie eine Puppe, an der man das Interesse verloren hat.

Auch wenn das alles nun wieder nach viel Gejammer klingt und ich wahrscheinlich noch viele Tage, einige bittere Tränen ob des Umstands dieses Verlusts vergießen werde, so habe ich doch auch etwas aus der Sache gelernt:

Wenn mir mein Bauchgefühl und vor Allem meine Nase, bereits mehrfach sagen, dass das nicht gutgehen kann, dann werde ich künftig auf sie hören und lieber weiter allein sein, als dass ich mich in ein Minenfeld der Gefühle werfe, aus dem ich einfach keine Chance habe, unbeschadet heraus zu kommen. Wenn Sie nicht in der Lage ist, auch ein Streitgespräch zu führen und eine andere Meinung zu akzeptieren, wenn sie ohnehin keine Argumente dagegen hat, ist sie auch nicht in der Lage, in einer Beziehung einen sachlichen Streit zu führen und Selbiges trifft auf die Bereitschaft einen Kompromiss einzugehen zu.

Es sollte einfach nicht sein. Vielleicht laufen wir uns dereinst wieder über den Weg, Glück!

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